DIE SPIELREGELN
Burraco kann man spielen:
- als freie Partie (mit zwei bis vier und mehr Spielern);
- im Turnier (paarweise oder in Mannschaften).
Man verwendet dazu zwei Pakete französischer Spielkarten, die durch 4 Joker ergänzt werden.
Vor Beginn einer Partie decken die Spieler jeweils eine Karte auf, um festzulegen, wer gibt und wer zuerst bedient werden muss; der Spieler, welcher die niedrigste Karte hat, muss denjenigen Spieler des anderen Paares bedienen, der die höchste Karte gezogen hat.
Im Falle gleichrangiger Karten – auch bei zwei Jokern – wird man mit dem Aufdecken zweier weiterer Karten fortfahren.
Die Werteordnung der Farben wird wie folgt festgelegt:
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Der Geber, das heißt derjenige Spieler, welcher die Karten austeilen muss, mischt sie und lässt vom Spieler zu seiner Rechten abheben.
Dann verteilt er die Karten einzeln im Uhrzeigersinn, bis schließlich jeder Spieler einen Satz aus elf Karten erhalten hat.
Gleichzeitig bildet der Spieler zur Rechten des Gebers zwei kleine Stöße zu je elf Karten, indem er jeweils eine Karte unten aus dem (abgehobenen) Stapel zieht und im Wechsel aufschichtet; an einer Ecke des Spieltisches wird der eine Stoß über Kreuz auf dem anderen abgelegt.
Jeder dieser beiden Stöße erhält die Bezeichnung Quelle und wird wechselweise von den Paaren – pro Spieler nur einer – genommen werden müssen, genau gesagt von demjenigen der beiden Einzelpartner, der als Erster keine Karten mehr hat, weil er alle in neuen Spielen angeordnet oder mit bereits eröffneten verbunden hat.
Jegliche fehlerhaft erfolgte Verteilung muss vollständig wiederholt werden (Karten und Quellen).
Dann muss der Geber eine Karte aufdecken, welche dem als erstes Ausspielenden zur Verfügung steht; dieser kann sie entweder aufnehmen oder eine andere vom Stapel ziehen.
Die verbliebenen Karten bilden den Talon (Stapel in der Mitte des Tisches), von dem jeder Spieler jeweils eine Karte ziehen kann, wenn er an der Reihe ist.
Jeder Spieler hat bei seinem Spielzug die Möglichkeit, aus mindestens drei Karten Spiele zu eröffnen; diese Karten können sein:
- eine Sequenz, nämlich eine Gruppe aus mindestens drei Karten in
aufsteigender Ordnung und von derselben Farbe, z. B.:
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Für das Ass gibt es zwei mögliche Positionen in einer Sequenz:
▪ es kann am Anfang stehen, z. B.: 1, 2, 3, 4, usw....
▪ oder aber die Sequenz beenden, z. B.: 10, J, Q, K, A.
- eine Kombination (aus drei, vier Karten usw.), nämlich eine Gruppe aus mindestens drei gleichrangigen Karten mit der Möglichkeit, dass sie auch von identischer Farbe sind, z. B.:
Sowohl die Sequenz als auch die Kombination können bei der Eröffnung eine “wilde” Karte enthalten: eine Pinella oder einen Joker.
Die Pinellas sind alle im Stapel vorhandenen 2en (acht Karten).
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Sowohl die Joker als auch die Pinellas können jede beliebige andere Karte ersetzen; sie können nur dann an den Anfang oder das Ende einer Sequenz gelegt werden, wenn sie durch die Karte, deren Stellvertreter sie waren, ersetzt werden.
Beispiel:
Wenn man die ©7 zieht
und sie an die Stelle des Jokers legt, kann dieser sowohl die ©4 als auch die ©10 vertreten:
oder
Die Joker oder Pinellas, welche die höchste oder niedrigste Karte einer Sequenz ersetzen können, müssen stets unter die letzte Karte der Sequenz gelegt werden, aus dem einleuchtenden Grund, dem Partner nicht die unerlaubte Information zu übermitteln, von woher man gerne deren Fortsetzung hätte.
Wenn eine Pinella dieselbe Farbe wie die Sequenz hat, kann sie auch die natürliche 2 vertreten und dazu vor der 3 eingefügt werden.
Die Spieler können bei ihrem Zug – wenn sie wollen – eigene Spiele eröffnen, oder Karten mit den vom Partner eröffneten Spielen verbinden: es sind dazu keinerlei Bedingungen zu beachten.
Das Ablegen ist als letzte Spielaktion des Spielers zu betrachten, der gerade am Zug ist.
Vor der Ausführung ist somit dem Abschluss jeder anderen Aktion hohe Aufmerksamkeit zu widmen.
Natürlich ist es nach dem Ablegen verboten, Spiele zu eröffnen oder Karten zu verbinden.
Deshalb besteht die Spielphase eines jeden Spielers aus drei Teilen:
1) ziehen oder aufnehmen;
2) Spiele eröffnen, Karten mit schon offenen eigenen oder vom Partner eröffneten Spielen verbinden;
3) ablegen.
Wer seine Karten aufgebraucht hat, kann „zur Quelle gehen“, das heißt den kleinen Stoß aus elf Karten nehmen, welcher schon vorbereitet und beiseite gelegt wurde.
Dies kann “beim Ablegen” oder “direkt” erfolgen.
“Beim Ablegen“ genommene Quelle
1) E < Die “beim Ablegen” genommene Quelle kann man erst dann ansehen und spielen, nachdem der Partner sein Spiel mit dem Ablegen abgeschlossen hat >.
Dadurch wird vermieden, dass derjenige, der die Quelle genommen hat, durch seinen Gesichtsausdruck, Kommentare usw. das Spiel des Partners beeinflussen kann.
Jeder Spieler muss diese Regel befolgen und auf deren Einhaltung durch den Gegner achten.
“Direkt“ genommene Quelle
2) E< Die “direkt” genommene Quelle wird sofort angesehen und gespielt >.
Wenn ein Spieler die Karten, welche er in der Hand hat, aufbraucht und die Quelle nimmt, ohne eine Karte abgelegt zu haben, kann er zusätzliche neue Spiele eröffnen beziehungsweise bis zum Ablegen weitere Karten mit eigenen Spielen oder solchen seines Partners verbinden; oder aber er wird, wenn er auch das Burraco gemacht hat, das Spiel beenden können.
Jedes “Burraco” besteht aus mindestens sieben Karten in einer Sequenz oder sieben gleichrangigen Karten in einer Kombination; es wird hervorgehoben, indem man die letzte Karte bei einem „gemischten“ bzw. die letzten zwei Karten bei einem „reinen“ Burraco offen und quer zu den anderen Karten legt.
Das Burraco kann sein:
▪ rein, wenn es weder Joker noch Pinellas enthält;
▪ gemischt, wenn es einen Joker oder eine Pinella beinhaltet.
Es ist möglich, in jeder beliebigen Phase des Spiels, oder zum Abschließen eines Spiels, ein „reines Burraco“ in ein gemischtes zu verwandeln.
3) E < Man kann sowohl die Pinella als auch den Joker nur durch diejenigen Karten ersetzen, welche sie tatsächlich vertreten, d. h. durch diejenigen Karten, deren Stellvertreter sie sind >.
Wenn die Pinella von der gleichen Farbe ist wie die Sequenz, in welcher sie sich befindet, kann sie auch die natürliche 2 in der Sequenz vertreten:
Beispiel: ©-Burraco: 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - ©Pinella - 9
Nur die ©8 kann die ©Pinella ersetzen, welche in der Position vor der ©3 die ©2 darstellt; in diesem Fall wird das Burraco ein reines:
©2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9
4) E < Es ist nicht zulässig, anstelle einer bereits in einem offenen Spiel eingefügten Pinella einen Joker einzusetzen >.
Spielziel ist, die Karten in der Hand aufzubrauchen, um damit von dem Paar bereits begonnene Kombinationen oder Sequenzen fortzusetzen oder aber neue zu bilden.
5) E < Beim Aufnehmen vom “Ablegestapel” muss man alle Karten nehmen, aus denen er besteht >.
Wenn man an der vom Gegner abgelegten Karte oder an anderen abgelegten Karten interessiert ist, muss man den ganzen Ablegestapel aufnehmen.
Die aufgedeckten Karten dürfen weder berührt noch aufgenommen werden.
Macht ein Spieler es trotzdem, so muss er sie alle aufnehmen.
Wenn der Ablegestapel nur aus einer einzigen Karte besteht, kann sie der Spieler, welcher an der Reihe ist, aufnehmen, aber nicht sofort ablegen.
6) E < Man kann eine eben erst vom Ablegestapel aufgenommene Karte nicht ablegen, falls sie die einzige Karte des Stapels war >.
Es kann der konkrete Fall eintreten, dass der Gegner zum Beispiel eine ©3 ablegt.
Sie ist die einzige Karte des Ablegestapels, und wir nehmen sie auf. Wir können jedoch die andere ©3 ablegen (dies kann ein strategischer Zug sein!), welche wir in der Hand haben.
Es ist nicht die gleiche Karte! Somit läuft alles korrekt ab.
Dies ist eine Feinheit, die sich bisweilen als nützlich erweisen kann.
Man sagt: „was liegt, das pickt”, d. h. sobald eine Karte auf dem Tisch abgelegt wurde, kann sie weder erneut genommen noch verschoben werden.
Dies ist übrigens eine Praxis, die allen Kartenspielen gemein ist.
7) E < Das Spiel endet, wenn ausnahmslos jede der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
- einer der Spieler eines Paares ist nach dem Aufbrauchen seiner Karten „zur Quelle gegangen“;
- das betreffende Paar hat mindestens ein (reines oder gemischtes) Burraco erzielt;
- einer der beiden Partner dieses Paares hat alle seine Karten aufgebraucht und den “Abschluss” mit dem Ablegen einer Karte realisiert, die jedoch weder ein Joker noch eine Pinella ist >.
In diesem Fall erhält das Paar, welches den Abschluss ausgeführt hat, eine Prämie von 100 Punkten.
8) E < Das Spiel endet, wenn der Talon nur noch aus den letzten beiden Karten besteht >.
Konkret endet das Spiel also mit dem Ziehen der drittletzten Karte.
Ab diesem Moment kann man eventuell abgelegte Karten nicht verwenden.
Wenn keines der Paare den Abschluss ausgeführt hat, werden an dieser Stelle des Spiels die 100 Prämienpunkte nicht gutgeschrieben.
In einer freien Partie wird man mit Neuverteilungen der Karten fortfahren, bis schließlich ein Paar mindestens 2005 Punkte erreicht hat.
Im Turnier, welches in mehreren Wettbewerbsdurchgängen organisiert wird, endet ein Durchgang mit einer vollständigen Runde (jeder kommt noch einmal an die Reihe) ab dem Moment der Ankündigung des Timeouts durch den Turnierleiter; es ist dann also das Zeitlimit für das Spiel in diesem Durchgang abgelaufen.
Als Spielzeit werden normalerweise fünfzehn Minuten pro Spiel festgelegt.
9) E < Bei der Ankündigung des Timeouts startet die Runde bei demjenigen Spieler, DER ABLEGEN MUSS.
Wenn der Schiedsrichter den TIMEOUT angekündigt hat und die Runde regulär beendet wird, ohne dass es zu einem Abschluss kommt, werden keinem Paar die 100 Punkte gutgeschrieben >.
Es kann vorkommen, dass während dieser letzten Runde kein Abschluss erzielt wird; in diesem Fall werden die 100 Punkte nicht gutgeschrieben.
Für die Paare, welche nicht „zur Quelle gegangen“ sind, wird es außerdem jeweils einen Abzug von 100 Punkten (- 100) geben.
DIE SPIELPUNKTE UND IHRE ERFASSUNG IN DEN “SCORES”
Am Ende jedes Spiels werden sowohl in der freien Partie als auch beim Turnier die erreichten Punkte in zwei Spalten gezählt:
diese werden MP = Match Points genannt.
Die MP werden unterteilt in: Prämien (so genannte Ehrenpunkte):
100 Punkte für den Abschluss;
100 Punkte für jedes gemischte Burraco;
200 Punkte für jedes reine Burraco;
und in MP “in Karten”, gegeben durch die Summe der Werte aller einzelnen Karten.
Betrachten wir zunächst die Werte der Karten:
die 3, 4, 5, 6 und 7 zählen 5 Punkte;
die 8, 9, 10, J, Q, K zählen 10 Punkte;
das Ass zählt 15 Punkte;
die 2 (Pinella) zählt 20 Punkte;
der Joker zählt 30 Punkte.
POSITIVE PUNKTE
Die Burrachi und Abschlüsse werden “Ehren” genannt.
A) gemischtes, mit Hilfe eines Jokers oder einer Pinella gebildetes
Burraco: zählt 100 Punkte.
Beispiele zum “GEMISCHTEN BURRACO”
a) 7 Karten gleicher Farbe in einer Sequenz:
© 4 - 5 - (Pinella oder Joker an Stelle der 6) - 7 - 8 - 9 - 10
¨ 8 - 9 - 10 - J - (Pinella oder Joker an Stelle der Q) - K - A
b) 7 gleichrangige Karten in einer Kombination mit der Möglichkeit,
dass sie auch von derselben Farbe sind:
¨3 - ¨3 - ©3 - §3 - ª3 - §3 - (Pinella oder Joker)
(Didaktisches Beispiel: die Pinella oder der Joker muss stets an den Anfang der
Kombination gelegt werden.)
¨ K - ©K - ª K - ¨K - ªK - §K - (Pinella oder Joker)
(Didaktisches Beispiel: die Pinella oder der Joker muss stets an den Anfang der
Kombination gelegt werden.)
B) reines Burraco, ohne Zuhilfenahme von wilden Karten: zählt 200 Punkte.
Beispiele zum “REINEN BURRACO”
a) 7 Karten gleicher Farbe in einer Sequenz:
© 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - J - Q
b) 7 gleichrangige Karten in einer Kombination, mit der Möglichkeit,
dass sie auch von gleicher Farbe sind:
¨4 - ¨4 - ©4 - ©4 - ª4 - §4 - §4
- der Abschluss zählt 100 Punkte;
- Summe der positiven Punkte:
Gesamtzahl der Werte aller Karten, welche zum Zeitpunkt des Abschlusses in den verschiedenen offenen Spielen integriert sind.
NEGATIVE PUNKTE:
Die negativen MP werden untergliedert in:
- Strafpunkte: nicht erfolgtes Nehmen der Quelle, zählt (minus) - 100 (von den positiven Punkten abzuziehen);
- Summe der negativen Punkte: Gesamtzahl der Werte der Karten, welche jeder Spieler zum Zeitpunkt des Abschlusses in der Hand hat (von den positiven Punkten abzuziehen).
10) EDie “positiven Karten” und die “negativen Karten”
“Positive Karten”:
dies sind alle in den offenen Spielen enthaltenen Karten; sie repräsentieren die POSITIVEN PUNKTE.
“Negative Karten”:
dies sind alle nicht verwendeten und in der Hand verbliebenen Karten; sie repräsentieren die NEGATIVEN PUNKTE.
Berechtigen zu einer “Prämie”: Burrachi und Abschluss.
Führt zu einer “Strafe”: nicht erfolgtes Nehmen der Quelle.
DIE ERFASSUNG DER PUNKTE IM “SCORE”
Wie man die Punkte zählt und sie im Score erfasst
Am Ende eines Spiels werden nach dem von einem Paar ausgeführten Abschluss die Punkte wie folgt im Score erfasst:
ZUERST die Ehrenpunkte, d. h. die Punkte für die gebildeten Burrachi (100 für die gemischten und 200 für die reinen), und dann die 100 Punkte für den Abschluss: diese stellen insgesamt die Basis (Ehren) dar.
DANN die positiven Punkte, d. h. die Summe der Werte, die den Karten in den offenen Spielen entsprechen, wobei eventuelle negative Punkte abgezogen werden, d. h. die Summe der Werte der noch in der Hand gehaltenen Karten (der beiden Partner, wenn einer der Gegner abgeschlossen hat; anderenfalls des Partners von demjenigen der abgeschlossen hat).
SCHLIESSLICH: spielt man in freier Partie, so gewinnt dasjenige Paar die Partie, bei welchem zuerst die Summe aller dieser Punkte mindestens den Wert 2005 erreicht.
Spielt man hingegen im Turnier, legt die Differenz des Punktestands der Paare – Durchgang für Durchgang – eine Zahl (die Match Points) fest, welche am Ende des Turniers gemäß den dafür vorgesehenen Tabellen, die in den Scores mit abgedruckt sind, in Victory Points umgewandelt wird.

